Zuerst noch gesittetes Dinner, dann plötzlich Haarziehen und Schreien. Dieser abrupte Wechsel macht den Reiz der Serie aus. Die Frau in Weiß bleibt dabei stoisch, was ihre Rolle noch mysteriöser macht. In Ausgerechnet du lernt man, dass hinter jeder Fassade ein Vulkan lauert. Die Kameraführung während des Kampfes ist dabei angenehm unruhig und authentisch.
Während alle anderen ausrasten, bleibt die Dame im weißen Hemd ruhig. Diese Ruhe ist fast beängstigend und wirkt stärker als jede physische Attacke. Der Mann am Tisch wirkt wie ein Statist im eigenen Drama. Ausgerechnet du zeigt hier eindrucksvoll, dass Schweigen oft lauter schreit als Geschrei. Perfekt für zwischendurch auf dem Smartphone zu konsumieren.
Wer hätte gedacht, dass ein Abendessen so enden würde? Die Dynamik zwischen den drei Frauen ist explosiv. Besonders die Frau im gelben Mantel bringt eine neue Energie in den Konflikt, als wäre sie der Schiedsrichter, der selbst zum Spieler wird. In Ausgerechnet du gibt es keine langweiligen Sekunden. Die Emotionen sind so echt, dass man fast eingreifen möchte.
Interessant ist der visuelle Kontrast zwischen den Charakteren. Die Lederjacke wirkt wie eine Rüstung gegen die zerbrechliche Eleganz des rosa Kleides. Wenn sie sich dann prügeln, ist es fast schon choreografiert schön anzusehen. Ausgerechnet du nutzt diese visuellen Codes brilliant, um den inneren Konflikt nach außen zu tragen. Die Netshort App liefert hier wieder hochwertige Kostümarbeit ab.
Die Spannung im Speisesaal war greifbar, bevor die erste Schlammschlacht begann. Besonders die Szene, in der die Frau im gelben Mantel eingreift, zeigt, wie schnell aus Worten Taten werden. In Ausgerechnet du wird diese rohe Emotion perfekt eingefangen. Man spürt förmlich den Schock des Mannes im grauen Anzug, der hilflos zusehen muss. Ein Meisterwerk der kurzen Form.