Es bricht einem das Herz, Maria Iken so zu sehen. Von ihrem Mann Chen Hui verraten, von der Geliebten gedemütigt und dann auch noch im Krankenhaus allein gelassen. Die Szene, in der sie auf dem Boden kriecht und nach ihm ruft, ist pure emotionale Gewalt. Und dann erfährt man, dass sie ein uneheliches Kind zur Welt brachte – während die Krankenschwestern über den Erben der Gustav-Gruppe tratschen. In Die Nacht der zweiten Ehe: Der Mann im Koma erwacht wird jede Träne zur Waffe.
Chen Hui wirkt nicht wie ein Bösewicht, sondern wie ein getriebener Mann. Er lässt seine Frau im Stich, läuft mit der Geliebten davon – aber warum? Ist er wirklich in Liu Fang verliebt oder nur ein Spielball größerer Mächte? Seine Gleichgültigkeit gegenüber Marias Schmerz ist erschreckend. In Die Nacht der zweiten Ehe: Der Mann im Koma erwacht wird jede Entscheidung zur Falle. Vielleicht ist er gar nicht der Täter, sondern das nächste Opfer.
Interessant, wie die beiden Krankenschwestern im Hintergrund alles mitbekommen. Sie tratschen über den Erben der Gustav-Gruppe, während Maria Iken nur Meter entfernt zusammenbricht. Ihre Gleichgültigkeit unterstreicht die Isolation der Protagonistin. In Die Nacht der zweiten Ehe: Der Mann im Koma erwacht sind selbst die Unbeteiligten Teil des Spiels. Wer weiß, ob sie nicht bald selbst in den Strudel gezogen werden?
Liu Fang lächelt, während sie Maria Iken vernichtet. Ihre Worte sind wie Messer – präzise, kalt, tödlich. Sie nennt das Kind einen „unerwünschten Bastard
Früher lebten Liu Fang und Maria Iken im selben Dorf. Heute stehen sie sich als Feindinnen gegenüber. Die Geschichte wiederholt sich – uneheliche Kinder, verlassene Frauen, gierige Männer. In Die Nacht der zweiten Ehe: Der Mann im Koma erwacht ist die Vergangenheit kein Hintergrund, sondern die Hauptfigur. Jeder Charakter trägt eine Narbe aus der Vergangenheit – und jede Narbe blutet neu.