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Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen Folge 24

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Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen

Lilia Bleicher wurde in ihrem früheren Leben von Arvid Ohlendorf hintergangen und fand ein tragisches Ende. Nach ihrer Wiedergeburt schwor sie Rache. Der männliche Protagonist Morven Schwarzinger, ein versiegelter Goldener Drache, ist der Drachenkönig, der seit Tausenden Jahren auf Lilia wartet. Doch Arvid, ein Schwarzer Drache, verfolgt finstere Pläne. Am Tag der Brautschau für den Drachenprinzen entscheidet sich Arvid für Kristina. Wird Lilia es schaffen, ihr Schicksal zu ändern?
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Kritik zur Episode

Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen: Warum das Ei lügt

Es gibt Momente im Leben, in denen die Realität so plötzlich bricht, dass man vergisst, wie man atmet. Genau so fühlt es sich an, wenn das goldene Ei auf dem Sockel plötzlich zu leuchten beginnt – nicht mit dem warmen Glanz der Sonne, sondern mit dem kalten, durchdringenden Schein einer Offenbarung. Die Kamera zoomt langsam heran, während die Umgebung in ein violett-lila Licht getaucht wird, das nicht beruhigt, sondern *warnend* wirkt. Dies ist kein Segen. Es ist eine Ankündigung. Und doch klatscht niemand. Niemand jubelt. Stattdessen senken einige Köpfe, andere heben die Hände zum Schutz vor dem Licht – als fürchteten sie nicht die Macht des Eies, sondern dessen *Wahrheit*. Der Mann im schwarzen Gewand mit den Drachenmustern steht mittig, seine Arme weit ausgebreitet, als würde er die gesamte Versammlung umarmen – oder einsperren. Seine Worte sind klar, präzise, fast liturgisch: „Die heutige Versammlung wird sich in der gesamten Unsterblichen Domäne verbreiten.“ Doch was er damit meint, ist nicht Nachrichtenverbreitung, sondern *Umschreibung der Realität*. Er will, dass alle sehen, was er sieht. Dass alle denselben Blick auf die Welt haben wie er. Und das ist das Gefährlichste an ihm: Er will keine Macht – er will *Einheit durch Unterwerfung*. Die Frau in Weiß, die zu Beginn noch fragte: „Wer ist wirklich der Sieger?“, steht nun still, ihre Hände vor dem Bauch gefaltet, als würde sie versuchen, etwas in sich zu beruhigen. Ihr Gesichtsausdruck ist nicht mehr verwirrt – er ist resigniert. Sie hat die Antwort gefunden. Und sie gefällt ihr nicht. Interessant ist die Rolle der Beobachter. Der Mann im Lederpanzer, der zuvor noch spöttisch lächelte, sitzt nun kerzengerade da, seine Finger trommeln nervös auf die Lehne. Er hat erkannt, dass dies kein Spiel mehr ist. Die Worte „Einen niederträchtigen Flussdrachen ausbrüten“ waren kein Scherz – sie waren eine Prophezeiung, die sich nun erfüllt. Und die Ironie ist bitter: Derjenige, der als ‚niederträchtig‘ beschrieben wurde, ist nun derjenige, der vom Ei auserwählt wird. Die Moral der Geschichte ist nicht, dass Gutes siegt – sondern dass Macht sich selbst rechtfertigt. Wer das Ei besitzt, besitzt die Wahrheit. Und wer die Wahrheit besitzt, kann die Vergangenheit neu schreiben. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen wird besonders deutlich, wie sehr die Charaktere von ihren eigenen Erwartungen gefangen sind. Der ältere Mann mit dem grauen Bart glaubt noch an Tradition, an Blutlinien, an das, was *immer* war. Doch das Ei kümmert sich nicht um Tradition. Es kümmert sich um *Potential*. Und das Potential, das es sieht, ist nicht der edle Krieger, nicht die weise Älteste – es ist derjenige, der bereit ist, die Maske abzulegen und die Wahrheit zu sagen, selbst wenn sie schmerzt. Als der Protagonist ruft: „Ich bin der König des Drachenclans“, klingt es nicht wie eine Behauptung, sondern wie eine Feststellung. Es ist bereits geschehen. Die Versammlung muss es nur noch akzeptieren. Die Kameraarbeit verstärkt diesen Effekt: Während die Hauptfiguren im Vordergrund agieren, bewegen sich im Hintergrund die Diener, die Wachen, die Zuschauer – alle in langsamen, fast rituellen Bewegungen. Sie sind Teil des Mechanismus, aber nicht Teil der Entscheidung. Sie *beobachten*, während andere *handeln*. Und genau das ist die Essenz von Macht: Nicht zu tun, was man will, sondern zu erreichen, dass andere glauben, sie täten es aus freiem Willen. Die Frau in Lila, die zuvor noch ruhig wirkte, flüstert nun: „Hängt von diesem Ei ab.“ Ihre Stimme ist leise, aber ihre Augen sind weit geöffnet. Sie hat verstanden: Das Ei ist kein Urteil – es ist ein *Spiegel*. Und was es zeigt, ist nicht die Zukunft, sondern das, was schon längst existiert, nur von allen ignoriert wurde. Am Ende der Szene, als das Ei sich öffnet und die weiße Schlange hervorkommt, ist die Stille so tief, dass man das Atmen der Menschen hören könnte – wenn sie nicht alle den Atem angehalten hätten. Der Protagonist lächelt nicht mehr. Sein Gesicht ist nun ernst, fast ehrfürchtig. Denn er weiß: Die eigentliche Prüfung beginnt jetzt. Nicht mit dem Ei, sondern mit dem, was danach kommt. Die Versammlung wird sich teilen. Einige werden folgen. Andere werden widerstehen. Und diejenigen, die widerstehen, werden nicht wegen ihres Muts bewundert werden – sondern wegen ihrer Blindheit. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen wird klar: Die größte Rache ist nicht, den Feind zu töten. Die größte Rache ist, ihn dazu zu bringen, zuzusehen, wie du das nimmst, was ihm heilig war – und es zu etwas Neuem machst. Ohne Hass. Ohne Wut. Nur mit einem Lächeln und einem Ei, das leuchtet.

Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen: Die Frauen, die das Ei sahen

Wenn man die Szene aus der Perspektive der Frauen betrachtet, wird klar: Dies ist kein Kampf um Macht – es ist ein Kampf um *Sichtbarkeit*. Die beiden Hauptfrauen – die in Weiß mit den Federschmuck und die in Lila mit dem Schmetterlingsornament – stehen nicht nur nebeneinander, sie stehen *für* etwas. Die eine repräsentiert die Vergangenheit, die Erinnerung, die Liebe, die blind war. Die andere verkörpert die Gegenwart, die Klarheit, die Bereitschaft, die Wahrheit zu sehen, auch wenn sie schmerzt. Und doch sind beide gefangen in derselben Falle: Sie dürfen zuschauen, aber nicht entscheiden. Die Frau in Weiß – ihr Name ist Arvid, wie wir erfahren – spricht zu Beginn mit einer Mischung aus Besorgnis und Vertrauen. Sie kennt den Mann im schwarzen Gewand. Sie hat mit ihm gelacht, vielleicht sogar geweint. Doch als er sagt: „Und auch mein Ei“, stockt ihr Atem. In diesem Moment bricht etwas in ihr. Nicht ihr Vertrauen – das ist bereits zerbrochen. Sondern ihre *Identität*. Wer ist sie, wenn der Mann, den sie kannte, plötzlich der Auserwählte ist? Ihre Frage „Wer ist wirklich der Sieger?“ ist keine Frage nach Macht – sie ist eine Frage nach *Bedeutung*. Was bedeutet es, wenn das, was du liebst, plötzlich zu etwas Größerem wird – und du darin keinen Platz mehr hast? Die Frau in Lila hingegen bleibt ruhig. Zu ruhig. Ihre Hände sind gefaltet, ihr Blick ist nach innen gerichtet. Sie spricht kaum, doch ihre Präsenz ist überwältigend. Als der Mann im Lederpanzer sagt: „Einen niederträchtigen Flussdrachen ausbrüten“, nickt sie kaum merklich. Sie weiß, dass die Bezeichnung „niederträchtig“ nicht moralisch gemeint ist – sie ist *strategisch*. Der Flussdrache ist nicht böse, er ist einfach anders. Er passt nicht in das Schema der alten Clans. Und genau deshalb ist er gefährlich. Die Frau in Lila versteht das. Sie hat gesehen, wie die alten Strukturen bröckeln, lange bevor das Ei leuchtete. Sie ist nicht überrascht – sie ist bereit. Was besonders bemerkenswert ist, ist die Art, wie die Kamera sie einfängt. Während die Männer in dynamischen Halbtotalen gezeigt werden, stehen die Frauen oft in Nahaufnahme, ihre Gesichter im Licht des Eies badend. Ihre Emotionen sind subtil, aber präzise: ein leichtes Zucken des Mundes, ein Blinken, das zu lange dauert, ein Atemzug, der nicht ganz ausgeatmet wird. Sie sind die ersten, die die Wahrheit erkennen – nicht weil sie klüger sind, sondern weil sie *hinschauen*. Die Männer reden, argumentieren, lachen – die Frauen *beobachten*. Und in dieser Beobachtung liegt ihre Stärke. Als das Ei sich öffnet und die weiße Schlange hervorkommt, ist es nicht der Protagonist, der zuerst reagiert – es ist die Frau in Lila, die einen Schritt nach vorne macht, als wolle sie das Wesen berühren. Doch sie hält inne. Weil sie weiß: Berührung bedeutet Verpflichtung. Und sie ist noch nicht bereit, sich zu verpflichten. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen wird deutlich, dass die wahre Macht nicht im Ei liegt – sie liegt in der *Deutung*. Wer das Ei sieht, kann es deuten. Wer es deuten kann, kann es lenken. Und die Frauen sind die besten Deuterinnen, weil sie nicht von Ehrgeiz blenden lassen werden. Sie sehen die Brüche, die Risse im Fundament der alten Ordnung. Die Frau in Weiß sagt am Ende: „Ich werde euch genau hinsehen lassen.“ Diese Worte sind kein Versprechen an die anderen – sie sind eine Warnung an sich selbst. Sie will nicht mehr wegsehen. Sie will die Wahrheit sehen, auch wenn sie sie zerbricht. Die Szene, in der beide Frauen nebeneinander stehen, während das violette Licht über sie hinwegflutet, ist eine der stärksten im ganzen Werk. Sie sind nicht Verbündete, nicht Gegnerinnen – sie sind zwei Seiten derselben Medaille. Die eine hält an der Vergangenheit fest, die andere öffnet sich der Zukunft. Und doch teilen sie denselben Schmerz: den Schmerz des Erkennens. Denn sobald man die Wahrheit sieht, kann man sie nicht mehr ungeschehen machen. In diesem Moment wird klar: Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen ist nicht die Rache des Protagonisten – sie ist die Rache der Frauen, die endlich gesehen werden wollen. Nicht als Begleiterinnen, nicht als Opfer, sondern als Zeuginnen der Wahrheit. Und die Wahrheit, wie wir alle wissen, lässt sich nicht mehr einfangen – sobald sie frei ist, verändert sie alles.

Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen: Der Mann, der nicht durchschauen kann

Es gibt Figuren in Filmen, die nicht durch die Handlung treiben, sondern durch ihre *Unfähigkeit*, die Handlung zu verstehen. Der Mann im schwarzen Lederpanzer, der auf dem Holzstuhl sitzt, ist eine solche Figur. Er ist intelligent, scharfsinnig, sogar humorvoll – und doch bleibt er bis zum Ende ein Außenseiter in der eigenen Geschichte. Seine berühmte Aussage: „Kann sogar mich nicht durchschauen“ ist kein Witz. Es ist ein Geständnis. Ein Schrei in die Leere. Denn er ist der Einzige, der merkt, dass etwas nicht stimmt – und gleichzeitig der Einzige, der nicht weiß, was es ist. Seine Rolle ist die des *kritischen Beobachters*. Während die anderen entweder glauben, kämpfen oder schweigen, analysiert er. Er bemerkt die Nuancen: wie der Protagonist beim Sprechen die linke Hand leicht hebt, wie die Frau in Lila beim Wort „Ei“ die Augen zusammenkneift, wie der alte Mann mit dem Bart einen winzigen Muskel im Kiefer zucken lässt. Er sieht alles. Aber er versteht nicht, *warum*. Und das ist sein Fluch. Denn in einer Welt, in der Macht durch Symbolik und nicht durch Logik funktioniert, ist Verstand ein Nachteil. Wer zu viel fragt, wird ausgeschlossen. Wer zu genau hinschaut, wird blind gemacht. Interessant ist, wie die Kamera ihn behandelt. Oft wird er in halbnahen Einstellungen gezeigt, sein Gesicht leicht unscharf im Hintergrund, während die Hauptfiguren im Fokus stehen. Er ist da, aber er ist nicht *im* Bild. Er ist der Zuschauer, der auf der Bank sitzt, während die Schauspieler auf der Bühne ihr Schicksal besiegeln. Seine Reaktion auf das leuchtende Ei ist nicht Staunen – es ist Verwirrung. Er blinzelt, als könne er das Licht nicht ertragen. Nicht physisch, sondern *mentally*. Denn das Ei lügt nicht – es zeigt nur, was ist. Und was ist, passt nicht in sein Weltbild. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen wird besonders deutlich, dass die wahre Konfrontation nicht zwischen den Clans stattfindet, sondern innerhalb dieses einen Mannes. Er kämpft nicht gegen den Protagonisten – er kämpft gegen seine eigene Unwissenheit. Als er sagt: „Wer ist er?“, meint er nicht den Namen, sondern die *Essenz*. Wer ist dieser Mann, der plötzlich vom Ei auserwählt wird, obwohl er keine Adelslinie hat, keine Armee, keine alten Verträge? Die Antwort, die er nicht hören will, ist: Er ist derjenige, der bereit ist, die Maske abzulegen. Und der Mann im Lederpanzer trägt seine Maske noch immer – nicht aus Bosheit, sondern aus Angst. Angst davor, dass, wenn er sie ablegt, nichts mehr übrig ist. Seine letzte Szene – als er aufsteht und sich umdreht, ohne ein Wort zu sagen – ist genial. Kein dramatischer Ausbruch, keine Rede, kein Schwert. Nur eine Bewegung. Ein Abschied. Er verlässt die Bühne, nicht weil er verloren hat, sondern weil er erkannt hat, dass das Spiel, das er spielte, gar kein Spiel war. Es war eine Zeremonie. Und Zeremonien brauchen keine Logik – sie brauchen Glauben. Und er glaubt nicht mehr. In diesem Moment wird klar: Die größte Tragödie in Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen ist nicht der Fall eines Clans – es ist der Verlust eines Denkers. Denn wenn niemand mehr fragt, warum das Ei leuchtet, dann leuchtet es für immer – und niemand wird je erfahren, ob es wirklich die Wahrheit zeigt, oder nur das, was die Mächtigen sehen wollen. Die Kamera folgt ihm nicht, als er geht. Sie bleibt bei den anderen. Weil die Geschichte nicht um ihn geht. Sie geht um diejenigen, die weitermachen – egal ob sie die Wahrheit kennen oder nicht. Und doch bleibt sein Gesicht in unserem Gedächtnis haften. Weil er der Einzige ist, der uns daran erinnert: Nicht alles, was leuchtet, ist gold. Manchmal ist es nur das Licht der Illusion – und derjenige, der es zuerst sieht, ist der erste, der im Dunkeln steht.

Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen: Das Ei als Spiegel der Seele

Das goldene Ei ist kein Objekt. Es ist ein Wesen. Es atmet. Es pulsiert. Es *urteilt*. Und das ist das Beunruhigende daran: Es urteilt nicht nach Taten, nicht nach Titeln, nicht nach Blut – es urteilt nach *Innerlichkeit*. In der Szene, in der es zu leuchten beginnt, sehen wir nicht nur Licht – wir sehen Reflexionen. Im Glanz des Eies spiegeln sich für einen kurzen Moment die Gesichter der Anwesenden, verzerrt, wie in einem Traum. Der Protagonist sieht sich selbst – nicht als Krieger, sondern als Kind, das zum ersten Mal einen Drachen sah. Die Frau in Weiß sieht ihre eigene Unsicherheit, die sie jahrelang versteckt hat. Der Mann im Lederpanzer sieht seine eigene Leere – den Raum, den er mit Ironie und Spott gefüllt hat, um nicht fühlen zu müssen. Diese visuelle Metapher ist genial: Das Ei ist kein Richter, es ist ein *Diagnostiker*. Es zeigt nicht, wer der Beste ist – es zeigt, wer *bereit* ist. Bereit, die Last zu tragen. Bereit, die Lügen der Vergangenheit loszulassen. Bereit, König zu sein – nicht weil er es verdient hat, sondern weil er es *annehmen* kann. Und genau das ist der Unterschied zwischen den Charakteren: Die einen fliehen vor dem Spiegel, die anderen stellen sich ihm. Der Moment, als die weiße Schlange aus dem Ei kriecht, ist kein Neubeginn – es ist eine *Bestätigung*. Die Schlange ist nicht fremd, sie ist vertraut. Sie erinnert an die alten Mythen, an die Geschichten, die man als Kind hörte. Und doch ist sie neu. Weil sie nicht aus der Vergangenheit kommt – sie kommt aus der *Zukunft*. Sie ist das, was entstehen wird, wenn die alten Clans endlich aufhören, sich selbst zu fürchten. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen wird besonders deutlich, wie sehr die Charaktere von ihrer eigenen Selbstwahrnehmung gefangen sind. Der Protagonist glaubt lange, er müsse kämpfen, um anerkannt zu werden. Doch das Ei zeigt ihm: Du musst nicht kämpfen. Du musst nur *sein*. Und als er das versteht, ändert sich sein Lächeln. Es wird nicht breiter – es wird tiefer. Es ist das Lächeln eines Mannes, der endlich nach Hause gekommen ist. Die Frau in Lila bemerkt das sofort. Sie sagt nichts, aber ihre Augen werden weich. Denn sie hat gesehen, dass echte Macht nicht bedrohlich ist – sie ist ruhig. Sie ist wie Wasser, das den Stein umfließt, statt ihn zu zerschlagen. Die Kameraarbeit unterstützt diese Interpretation perfekt: Während das Ei leuchtet, werden die Gesichter der Charaktere in langen, ruhigen Take’s gezeigt – ohne Schnitte, ohne Musik, nur mit dem leisen Summen der Energie. Es ist eine Art kollektive Meditation. Jeder sieht sich selbst. Und in diesem Moment entscheidet sich, wer bleibt und wer geht. Nicht durch Flucht, sondern durch Akzeptanz. Der alte Mann mit dem Bart sagt: „Die Zukunft meines Drachenclans hängt von diesem Ei ab.“ Doch er irrt. Die Zukunft hängt nicht vom Ei ab – sie hängt davon ab, wer bereit ist, das Ei *zu verstehen*. Am Ende der Szene, als das violette Licht langsam verblasst, sind die Gesichter der Anwesenden nicht mehr dieselben. Sie tragen eine neue Falte, einen neuen Blick. Nicht weil sich die Welt verändert hat – sondern weil sie *sie* sich verändert haben. Das Ei hat nicht entschieden, wer König wird. Es hat entschieden, wer bereit ist, König zu sein. Und in diesem Sinne ist Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen keine Rache – es ist eine *Erweckung*. Eine Erweckung dessen, was schon immer da war, nur unter Schichten von Angst, Tradition und falscher Sicherheit begraben lag. Die Schlange kriecht nicht heraus, um zu beißen. Sie kriecht heraus, um zu führen. Und wer ihr folgt, folgt nicht einem Herrscher – er folgt seiner eigenen Wahrheit.

Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen: Die Stille nach dem Licht

Nachdem das goldene Ei geleuchtet hat, nachdem die weiße Schlange hervorgekommen ist, nachdem der Protagonist verkündet hat: „Ich bin der König des Drachenclans“ – folgt eine Stille. Kein Jubel. Kein Widerspruch. Kein Schwertklingen. Nur Stille. Und diese Stille ist lauter als jeder Schrei. Denn in dieser Stille bricht die alte Welt zusammen – nicht mit einem Knall, sondern mit einem Seufzer. Die Menschen stehen da, als wären sie plötzlich vergessen worden. Nicht von den anderen, sondern von sich selbst. Sie wissen nicht mehr, wer sie sind, weil das, was sie für wahr hielten, just eben in Flammen aufging. Die Kamera schwenkt langsam über die Menge. Ein junger Mann in Weiß hält die Hände vor den Mund, als wolle er verhindern, dass ein Schrei entkommt. Eine ältere Frau schließt die Augen und flüstert ein Gebet, das niemand versteht. Der Mann im Lederpanzer steht nun auf, aber er bewegt sich nicht. Er ist wie festgefroren – nicht vor Angst, sondern vor Erkenntnis. Er hat die ganze Zeit gewusst, dass etwas nicht stimmt. Jetzt weiß er, was es ist: Die Regeln haben sich geändert. Und er hat keine Anleitung dafür. Was besonders eindrucksvoll ist, ist die Farbgebung dieser Szene. Das violette Licht ist verschwunden. Stattdessen herrscht ein kühles, graues Tageslicht, das keine Geheimnisse mehr zulässt. Die Gewänder der Charaktere, die vorher leuchtend und symbolträchtig wirkten, sehen nun fast alltäglich aus. Die Federn, die Perlen, die Stickereien – sie sind immer noch da, aber sie haben ihre Magie verloren. Weil Magie nur existiert, solange sie *geglaubt* wird. Und der Glaube ist gebrochen. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen wird in diesem Moment klar: Die wahre Revolution findet nicht im Palast statt – sie findet im Kopf statt. Der Protagonist hat nicht die Macht ergriffen. Er hat sie *freigegeben*. Indem er das Ei akzeptierte, hat er die Last der alten Erwartungen abgelegt. Und die anderen müssen nun entscheiden: Bleiben sie bei dem, was war – oder wagen sie das, was sein könnte? Die Frau in Weiß macht den ersten Schritt. Nicht mit Worten, sondern mit einer Geste: Sie neigt leicht den Kopf. Nicht als Unterwerfung, sondern als Anerkennung. Sie sagt nicht „Ja“, aber sie sagt auch nicht „Nein“. Und in dieser Ambivalenz liegt die Hoffnung. Denn die Zukunft wird nicht von denjenigen gebaut, die sicher sind – sie wird von denjenigen gebaut, die zögern, aber trotzdem einen Schritt tun. Der alte Mann mit dem Bart steht nun allein am Rand der Treppe. Seine Hände sind zu Fäusten geballt, aber nicht aus Wut – aus Trauer. Er hat sein ganzes Leben lang an die Ordnung geglaubt. An die Linien, die Grenzen, die Regeln. Und nun sieht er, dass diese Linien nur gemalt waren. Dass sie mit einem Wisch wieder entfernt werden können. Sein letzter Satz – „Die Zukunft meines Drachenclans hängt von diesem Ei ab“ – klingt jetzt wie ein Geständnis der Hilflosigkeit. Er weiß nicht mehr, was „Drachenclan“ bedeutet. Und das ist der schmerzhafteste Moment der ganzen Szene: Nicht der Verlust der Macht, sondern der Verlust der Bedeutung. Die Kamera zoomt langsam auf das Ei, das nun wieder dunkel ist. Es liegt ruhig auf dem Sockel, als wäre nichts geschehen. Aber etwas ist geschehen. Etwas Unumkehrbares. Und in dieser Ruhe liegt die größte Gefahr: Denn wer glaubt, die Krise sei vorbei, weil das Licht erloschen ist, der sieht nicht, dass die Dunkelheit nun erst richtig beginnt. In Meine Rache nach der Geburt des Goldenen Drachen ist die Stille nach dem Licht nicht das Ende – sie ist die Pause vor dem Sturm. Und der Sturm wird nicht aus dem Himmel kommen. Er wird aus den Herzen der Menschen kommen, die jetzt zum ersten Mal seit Jahren laut denken dürfen.

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