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Auserwählte Folge 19

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Auserwählte

Jonas Weber hat keine Söhne. Um sein Erbe zu sichern, soll seine älteste Tochter Maja Weber einen ebenbürtigen Mann heiraten. Vier Kandidaten: Herzog Paul Drexler, Markgraf Felix Eberhardt, Graf Nico Kessler und Prinz Daniel Krug. Beim Ball stirbt Maja, bevor sie den ersten Tanz wählen kann. Sie erwacht wieder – zehn Versuche, den Mörder unter den vieren zu finden. Doch ihr erneuter Auftritt auf dem Ball endet wieder mit ihrem Tod.
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Kritik zur Episode

Albtraum oder schmerzhafte Realität

Der Übergang von der friedlichen Nachtruhe zu den blutigen Rückblenden ist schockierend gut gemacht. Es wirkt nicht wie ein einfacher Rückblick, sondern wie ein echtes Trauma, das die Charaktere verfolgt. Besonders die Szene auf der Treppe bleibt im Gedächtnis haften. Auserwählte spielt hier gekonnt mit unserer Erwartungshaltung und bricht sie sofort wieder. Die emotionale Wucht dieser kurzen Sequenzen ist enorm und lässt einen ratlos zurück.

Ein Blick sagt mehr als Worte

Die Nahaufnahme der Augen der jungen Frau am Fenster ist unglaublich ausdrucksstark. In diesem einen Moment sieht man Hoffnung, Angst und eine tiefe Sehnsucht. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Animation solche feinen Nuancen transportiert. Wenn sie dann auf den Prinzen trifft, knistert die Luft vor Spannung. Auserwählte versteht es, diese stille Kommunikation zwischen den Figuren zum Mittelpunkt zu machen, statt auf laute Dialoge zu setzen.

Prachtvolle Kulissen für düstere Geschichten

Die Architektur und die Gartenanlagen sind bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet. Von den Säulen bis zu den Springbrunnen wirkt alles majestätisch und teuer. Doch dieser prunkvolle Hintergrund kontrastiert stark mit dem inneren Elend der Figuren. Dieser Kontrast macht die Stimmung in Auserwählte so einzigartig. Man fühlt sich wie in einem lebendigen Gemälde, in dem jedoch eine tragische Geschichte spielt. Die visuelle Pracht ist hier fast schon ein eigener Charakter.

Schwarz-Weiß Erinnerungen voller Farbe

Die Entscheidung, die Rückblenden in Schwarz-Weiß zu halten, während die Gegenwart farbig ist, unterstreicht den Verlust perfekt. Es wirkt, als wäre mit dem Tod der Geliebten auch die Farbe aus dem Leben des Prinzen gewichen. Diese stilistische Wahl in Auserwählte trifft genau ins emotionale Zentrum. Wenn er sie im Wasser sieht oder sie in seinen Armen hält, ist der Schmerz greifbar. Eine einfache, aber extrem wirksame erzählerische Entscheidung.

Zwischen Wahn und Wirklichkeit

Ist das Treffen im Garten real oder nur eine Projektion seiner verzweifelten Seele? Die Unsicherheit macht den Reiz dieser Folge aus. Die junge Frau erscheint fast wie ein Geist, der ihn heimsucht oder retten will. Auserwählte lässt uns bewusst im Unklaren über den genauen Zustand ihrer Beziehung in diesem Moment. Diese Ambivalenz erzeugt eine fesselnde Atmosphäre, die zum Weitersehen zwingt. Man will unbedingt wissen, was wirklich passiert ist.

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